Category Archives: Books

A Souvenir

A quick look at a book I brought from Neerkant, now already four weeks ago. Time flies.

SAM_7044It´s called Brik Schotte, I think (there´s no title given anywhere, and it was written by Rik Vanwalleghem (yes, he´s done it again) and published in 2011 (I think) in – well, where, actually? – by Uitgeverij (Editors) Kannibaal. Strange.

But then, when you open the book, you can see that it´s not really yet another bio on Schotte, but more like a private album of this most fascinating of all cycle racers.

SAM_7045This idea strikes you when you discover that the picture on the cover is detachable, again like in a photo album. Nice, and unusual.

SAM_7046What you get is memories by Brik´s sister, scans of his diaries, a scan of the cover of his well-worn French textbook, and a picture of the surface of the moon accompanied by a recipe for Briekbrod, Briek´s bread. Ah, not the moon, but bread. Right.

The book also gives a solution as to why Schotte used both Briek and Brik as his first name: If you have to sign so many picture cards, it makes a difference if there´s one letter less. In print it´s OK to have one more.

All of course written in Flemish, a language which I really like. What´s better than the word overwinningskes to show that a series of victories wasn´t really that important.

What I definitively do not like is this:

SAM_7050Or this:

SAM_7047Namely, large pics I would have liked to savour, printed across two pages of the standard small format softcover which does have stitced binding, but only as far as the layers go. The book itself looks quite fragile,

SAM_7048and I surely do not want to crack its spine. I hate that even more than not being able to look at the pics properly.

So who are those people who make books equipped with good ideas, wonderful archive material but lacking the binding to make it fully enjoyable? They´re the people behind Merckxissimo, the book on Merckx, after which there were several to follow. Guess why they call themselves Kannibaal.

They say that they love sports and books. Founded in 2009, the firm has a very healthy catalogue taking into account the low number of years. The catalogue comprises books on cyclesport, war, car racing, football and lifestyle, to name but a few. The website also reveals the whereabouts of the uitgeverij: It´s in Veurne.

The catalogue also reveals very moderate prices, our Briek book is but €9.95, which I think is a steal, especially as I guess that only a few hundred copies can have run off the press. The lack of a hard cover is now forgiven as one can easily buy two copies: One to read, and one to save. I paid seven Euros for the (perfect) used copy, which goes to show that I assumed it cost much more new.

SAM_7049After three book reviews more or less in a row, I guess it´s about time the new season rendered some cycling posts again. I have promised myself to do more rides on my old bikes – yeah, right, as I did last year, the year before, and the one before that. But, big BUT, I´m going to scour the pages of retrokoers punt nl in a moment. I´d love to go to Holten on May 22, for example, let´s see if they haven´t got more info on this ride now. Keep your fingers crossed it´ll work out.

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Herbert Friedrich, Der Tod des Weltmeisters

SAM_7012Again here´s a review of a book which has been published in German only, so my guess is that it´s as well to write the post in German, too.

Herbert Friedrich, Der Tod des Weltmeisters. Velothek Bd. 2. Maxime-Verlag o.O., 2015. 444 Seiten, Hardcover, Fadenheftung, Lesebändchen, €24,95.

 

Es gibt schon komische Vergleiche, keine Frage, aber manchmal drängen sie sich einfach auf. Ein Buch des DDR-Autors Herbert Friedrich und ein Fahrrad vergleichen? OK. Eine klassische Rennmaschine, leicht und schnell zu lesen – Radsaison vielleicht. Mein Haupt-Objekt heute, Der Tod des Weltmeisters, würde ich eher als solide gemachtes, ehrliches, nützliches aber nicht wirklich aufregendes Hollandrad sehen. Habe ich schon erwähnt, dass ich ein großer Fan von Hollandrädern bin?

Herbert Friedrich ist heutzutage vielen Leuten wohl kein Begriff mehr, aber in der Sechzigern war er ein bekannter Autor der DDR, wurde international rezipiert. Übersetzungen von Der Tod des Weltmeisters erschienen in mehreren Sprachen (und mancherorts in Deutschland und Europa muss es leider schon wieder als mutig bezeichnet werden, die Neuausgabe veröffentlicht zu haben).

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Foto: Maxime Verlag

Man glaubt es kaum, aber bevor der Ruhm kam, musste Friedrich Der Tod des Weltmeisters als Kinderbuch unterbringen.SAM_7010In der Erstausgabe mit Der Kristall und die Messer betitelt, wurde das Buch 1971 vom Kinderbuchverlag als “Für Leser von 12 Jahren an” bezeichnet. Die sehr erwachsene Sprache und das intellektuell anspruchsvolle Thema des Romans strafen diese Einstufung von Anfang an Lügen.

Ein anderes Werk des Autors, Radsaison,

SAM_7007erschienen fünf Jahre vor Der Tod des Weltmeisters, ist ganz anders drauf: Locker weg geschrieben, teils mit feiner Ironie, für radsportbegeisterte Jugendliche auch heute noch gut geeignet. Friedrich erkennt viele Nöte von Jugendlichen und beschreibt sie spannend. Daran merkt man, wie ein echtes Kinderbuch von Friedrich aussehen kann.

Aber: Radsaison, angesiedelt zeitgenössisch zum Erscheinungsjahr, berührt auch nicht einen der wichtigsten Bestandteile des Gründungsmythos der DDR, den Antifaschismus, und da liegt m.E. der Hase im Pfeffer. Friedrich kann spannend und süffig erzählen, aber das staatstragende Thema von Der Tod des Weltmeisters scheint ihn hin und wieder zu hemmen, zumindest bis zum Wendepunkt der Geschichte.SAM_7009

Natürlich, die Geschichte. Der Protagonist Otto Pagler arbeitet sich als ehrlicher Kölner Arbeitersohn gegen viele Widerstände zum Fliegerkönig hoch, fährt internationale Erfolge ein, ist ein kaum gebrochen netter Kerl, hat fast keine Zeit für eine Freundin, arbeitet zunächst nur schwach, dann immer mehr im Widerstand mit, da er seine unerschütterlich antifaschistischen Überzeugungen zunächst lieber für sich behält, unterstützt aber durchgehend seinen jüdischen Trainer/Manager Simon Krone und wird zu Beginn des Zweiten Weltkriegs umgebracht, als er, der draufgängerische Sprinter, seinen politisch draufgängerischen Bruder eingeholt hat.

Moment, war da nicht was? Hört sich das nicht nach jemandem an, dessen Namen wir kennen, oder ganz sicher kennen sollten? Richtig. Albert Richter, die Ikone des antifaschistischen Radsports, Kölner, Arbeitermilieu, der deutliches Vorbild für Pagler in Friedrichs Schlüsselroman ist. Auch Richter hilft seinem jüdischen Manager, auch er wird ermordet.* Friedrich versieht diesen historischen Kern mit einer Ummantelung aus einer tragischen Liebesgeschichte und einer durchaus gelungenen Neufassung des uralten Topos vom Aufstieg, der mit Freundschaften bezahlt wird.

Friedrich lässt seine Handlung an einem Schicksalspunkt der deutschen Geschichte einsetzen, im Jahr 1932. Er erspart uns glücklicherweise die standardmäßig in Radfahrerbiografien ausgereichten frühen Jugendjahre von berühmten Radsportlern und beginnt, als Pagler den Zenith des politisch unschuldigen Teils seiner Radsport-Karriere bereits erklommen hat. Sein in-medias-res – Start packt die Leserschaft sofort, als Manager Krone Knall auf Fall einen Großempfang für seinen Schützling, den frischgebackenenWeltmeister Pagler, in seiner Heimatstadt organisiert – spannend.

Man merkt aber leider schnell, dass postmoderne Experimente Friedrichs Fall nicht sind – die Erzählweise bleibt, von wenigen flashbacks und Einspielungen historischer Zitate und Fakten abgesehen, chronologisch-traditionell und linear. Gut, auf S. 43 bspw. findet sich ein Anklang an einen Bewusstseinsstrom, aber generell versprüht der Erzählrahmen den bürgerlichen Charme des 19. Jahrhunderts.

Andererseits, und daher riecht dieses Buch nirgendwo nach Ossi-Mief,  beherrscht der Autor die positiven Seiten des klassischen Romans: Das Unheimliche an der dichten Atmosphäre des Romans ist, dass Pagler keinen wirklich fassbaren Antagonisten an die Seite gestellt bekommt. Fast jeder kann sich zum faschistischen Unhold wandeln; dieser Kunstgriff Friedrichs hat etwas Philosophisches. Auch die Verfolgungsjagd, die sich Krone und einige SA-Schergen S. 149ff. durch Köln liefern, ist gelungen. Sich abwechselnde und perfekt ergänzende Handlungsstränge, backstories, dramatische Ironie, alles passt zusammen und ergibt ein effektives Millieubild – 19. Jahrhundert eben. Das Paradebeispiel ist, dass Pagler bei einem konspirativen Treffen S. 420ff. eine Figur kennenlernt, die er nicht kennt, die Leser schon.

Die Figurenentwicklung ist ebenfalls klassisch – Paglers Wandel vom Mitläufer zum aktiven Widerständler ist handwerklich sauber und geschickt durchgeführt, und die Perspektive, die nicht durchgängig allwissend gehalten ist, erlaubt es, dass eine Nebenfigur wie Keßmeier, der langsam aber sicher als SS-Spitzel geoutet wird, durchgängig interessant bleibt. Keßmeiers Wandel vom vermeintlich väterlichen Freund Paglers bis hin zu seinem Henker ist, finde ich, das eigentlich Spannende am Figureninventar in Der Tod des Weltmeisters, das insgesamt reichlich bemessen ist für einen Roman mit nur einem Haupt- und zwei Neben-Handlungssträngen. Auf den ersten Seiten muss man sich als Leser ganz lustig konzentrieren, um nicht aus der Exposition zu fliegen. Die Sache wird den Lesern aber erleichtert durch einige typenhafte Nebenfiguren (wie Christian, Paglers Bruder), die in ihrer fast sozialistisch-realistischen Eindimensionalität die Figurenvielfalt übersichtlich halten.

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Illustration aus der Erstausgabe

Auch bei der Werkeinteilung kümmert Friedrich sich rührend um seine Leserschaft. Die Einzelteile seines solide gedrechselten Romans sind fein säuberlich numeriert, Kapitel werden mit Überschriften versehen, wenngleich mir die Bezeichnungen der “Bücher”, in die der Autor sein Werk einteilt, schon etwas großspurig daherkommt. “Das Buch Krone” – hm. Und dann stehen da solche Sätze: “Nun erzähl von dem Sturz, Junge. Du machst einem Kummer. Ich zittere schon, wenn du aufs Rad steigst.” (S.199) Begrüßt so eine Mutter ihren verletzten Radsportler-Sohn? Manches ist schon etwas hölzern.

Wenngleich das Verdienst der Verlegerin, eine vom Autor überarbeitete und liebevoll hergestellte Neuausgabe des Romans zu riskieren, nicht unterschätzt werden darf: Eine editorische Macke hat das Buch doch. Schonmal Uhrwerk Orange von Burgess gelesen und die aus dem Russischen stammende Jugendsprache in jenem Roman nicht verstanden? Ich kann mir gut vorstellen, dass Der Tod des Weltmeisters auf Leser, die nicht mit der Terminologie des Bahnrennsports vertraut sind, ähnlich unverständlich wirkt. Beispiel gefällig? “Um die Bahn fegte Kurt Nagel, hinter Samsons Schrittmachermaschine. Sie knallte ohrenbetäubend, manchmal klirrte die Rolle.” (S. 63) Hat es da einen Unfall gegeben? Muss etwas geölt werden? Ein Glossar mit ein paar Begriffserklärungen hätte der Neuauflage sicher zu weiterer Verbreitung verholfen, denn wo die ersten Drucke vor viereinhalb Jahrzehnten noch auf ein allgemeines, wenn auch abnehmendes Interesse am Bahnsport rechnen konnten, muss sich die Neuauflage sagen lassen, Kenntnisse über einen Nischensport beim Leser zur Voraussetzung des kompletten Verständnisses zu machen.

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Nein, nicht der nicht-Unfall – eine Illustration aus “Radsaison”.

Also was, insgesamt? Kaufen? Aber sicher. Niht nur, weil das Buch nach dem Wendepunkt der Haupthandlung, S. 296, richtig gut wird; ich hab´s kaum noch aus der Hand gelegt. Pagler kommt auch politisch in Fahrt, die Liebesgeschichte, die für meinen Geschmack bisher arg retardiert wurde, kommt vom Fleck.

Besonders wichtig ist m.E. aber, dass Friedrich es beim letzten Treffen Keßmeier – Pagler versteht, Keßmeier die Logik des Faschismus selbstentlarvend darstellen zu lassen. Pagler erkennt, dass die menschenverachtende Maschinerie der Nazis alles zermalmt, was sich ihr in den Weg stellt, und bezieht gerade daraus die Kraft für seinen Entschluss, im Widerstand aktiv zu werden. Da ist es doch, das glaubhafte Vorbild, von dem wir alle hoffen, es nicht erreichen zu müssen.

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*Renate Franz´ Sachbuch über Richter, Der vergessene Weltmeister, ist noch erhältlich und sehr empfehlenswert.

A Good Read Plus – Ulreich/Wehap Puch Cycle History

I was going to start this book review by saying “It´s a rare occasion”, but I´ll have to rethink this lead-in for two reasons: Firstly, the quality of cycling literature has vastly improved over the last few years, so it´s not a rare occasion any longer to find a well-researched and well-written cycle history book nowadays.

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Secondly, it´s a German book I´m reviewing, with captions translated into English, English language quotes and a very informative 15 page English summary in the appendix, but still it´s mainly German language. True, the illustrations are wonderful, full colour where available and worth the money alone, but you miss out on a lot if you can´t read any German and still try to peruse this book. So I´ll carry on in German.

Styria Schwarz Luzern

Es passiert nicht häufig, dass man ein Buch in die Hand nimmt und sofort, ohne es schon durchgelesen zu haben, denkt, dass man auf soetwas gewartet hat, weil es das Ansehen der Fahrrad-Geschichte-Forschung weiterbringt. Nicht nur ist Walter Ulreichs und Wolfgang Wehaps Buch über die Puch-Fahrräder ein respektabler Klotz von 400 Seiten in 23 mal 26 Zentimetern, dazu durchgängig vierfarbig und mit stabiler Fadenheftung im Hardcover, sondern es zeigt auch eine ideale Kombination aus Informationsfülle für Sammler, Entertainment und Wissenschaftlichkeit, die ihresgleichen sucht.

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Aber von vorn, oder besser, von hinten. Der Anhang eines großen Standardwerks – ein solches wird die Puch-Geschichte werden, da bin ich mir sicher – ist doch immer das, woran man sofort sehen kann, was Sache ist. Gibt´s ein Literaturverzeichnis? Sieben mikroskopisch eng bedruckte Seiten. Danksagungen? Voll externer Expertise. Einen Index? Auch die Mühe war dem Verlag nicht zu viel. Was hat der Sammler davon? Eine Rahmennummer-/Baujahrliste und ein riesiges Verzeichnis aller von Puch im Inland herausgebrachten Modelle. Und eine Auswahl von Katalogseiten.

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Das ist es eben – der Standard, den ein Werk braucht, um zu zeigen: Ja, auch wir nicht-universitären Geschichtler können das.* Wir machen den Schritt raus aus der nebligen Ecke der nur-populären Buntbücher mit angreifbaren Texten wegen nicht überprüfbarer Inhalte hin zu glasklarer, nachvollziehbarer, aber doch spannender Literatur, die erkennbar von Experten (wie Walter Ulreich, der “Steyr Waffenrad”-Autor, einer ist) geschrieben ist.

Und von Wolfgang Wehap – Radler, Journalist und früherer Leiter eines Regionalbüros einer großen Presseagentur. Das Buch liest sich wie ein Krimi, was natürlich jeder Aufstiegsbericht eines Industriellen vom Schlage eines Johann Puch vom Tellerwäscher/Mechanikergesellen zum Millionär ist. Das Puch-Buch möchte man gar nicht loslassen, trotz oder gerade weil auch unangenehme Züge der Puch-Geschichte wie die Ausbeutung von Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs (S. 165) oder der robuste Umgang mit Arbeiterrechten im ausgehenden 19. Jhdt. (S. 75) nicht ausgeblendet werden.

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Begleitet werden die eigentlichen Puch-Texte nicht nur von hunderten von Fußnoten; unaufdringlich untergebracht, aber doch präsent, wenn die Leser sie brauchen; sondern auch von Exkursen, die Zeitgeschehen, Menschen, technische Entwicklungen aus dem Fluss des Haupttextes heraushalten. Grün unterlegt sind diese Exkurse sofort kenntlich, leicht auffindbar und überhaupt eigentlich schon ein kleines Buch an sich. Beispiele: Der Exkurs zur Verwendungsgeschichte des Aluminiums. Interessant zu wissen, aber eben nur als Hintergrund für Puch wichtig, oder die fünfseitige Kurzbiografie des Rennfahrers Franz Gerger.

Styria Schwarz Luzern

Insgesamt quillt die Puch-Geschichte über von Information, die sich bei Walter Ulreich in 20 Jahren Arbeit an diesem Themenkreis angesammelt hat. Abweichend von der anfänglich chronologischen Herangehensweise gibt es beispielsweise ein Kapitel über Rennräder von Puch. (Das finde ich natürlich besonders spannend.) Bergmeister, Superleicht, Inter 10, Vent Noir, Ultima – Kindheitsträume, über die man endlich harte Fakten findet, wenngleich es hier einige Unklarheiten geradezuziehen gibt. Zunächst ist da die populäre Verwendung der Bezeichnung “Rennrad”. Auf S. 255 wird sie benutzt für ein Fahrrad, das deutlich kein Rennrad im engeren Sinne ist: “Dynamo mit Sportscheinwerfer und Kotblech-Rücklicht” zieren im Regelfall ein Sportrad. Die Ausstattung dieses Modells mit Allvit ist für 1963 auch eher in dieser Richtung zu verorten. Leider wird zwei Seiten später auch die von Berto schon vor Jahren widerlegte Legende von der 1973er Ölkrise als Auslöserin des Bike Booms in den Staaten bemüht.

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Insgesamt jedoch ist die Geschichte der Puch-Fahrräder ein Buch, an dessen Qualität sich nachfolgende Projekte zur Radhistorie orientieren müssen.

Walter Ulreich, Wolfgang Wehap, Die Geschichte der Puch-Fahrräder, Weishaupt Verlag, Gnas, 2016, ISBN 978-3-7059-0381-4, €46.70.

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*Sicher, das Puch-Buch ist nicht das erste, das diesen Weg einschlägt, aber es ist doch dasjenige, das ihn m.E. bislang am konsequentesten geht.

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Illustrations in this review, courtesy of Ulreich/Wehap and Weishaupt-Verlag, are taken from Die Geschichte der Puch-Fahrräder.

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Disclosure: I have received a free copy of Die Geschichte der Puch-Fahrräder for review purposes.

Yeah. Fame at last.

Stabile Hochdruckzone

978-3-931965-54-9

As the book I´m reviewing in this post is a German translation from a French original, it makes little sense to write it up in English, I think

Ich geb´s zu, ich bin ja auch einer von denen, die diese ganze Fahrradsache oft echt ernst nehmen; geknechtete Radfahrer, Klimarettung, Critical Mass. Und Stahlrahmen erst, guter Himmel. Es ist dann ganz lustig, unser Thema auch mal von einer komplett anderen Warte betrachten zu können, und diese Warte stellt sich sofort ein, wenn man den ersten Band der Velothek aus dem Maxime-Verlag aufschlägt.

Vorher schon, eigentlich, denn ein Büchlein, das hübsch sein will, hat man heutzutage nicht oft in der Hand, mit Fadenheftung, Feinleinen-Einband, Lesebändchen und vielen Illustrationen im Text, die sorgfältigen Satz benötigen.

Diese Ausstattung entspricht aber gut dem Obere-10.000-und-Belle-Epoque-Gefühl, das einen schon auf der ersten Seite der Novelle anspringt. Wir treffen die vier Protagonisten der Handlung, Pascal und Régine Fauvières sowie Guillaume und Madeleine d´Arjols, im Jahre 1897 in der Nähe von Paris. Genau, Vorabendserie, Soap Opera, stimmt. Die Namen verraten es sofort, und so geht es auch weiter. Die vier (die Damen sind zur Zeit der Handlung dem Mädchenpensionat noch nicht allzu lang entkommen) bilden zwei Paare, die schon nach kurzer Ehe frustriert sind. Sie stillen im Club nach ganzen drei Kilometern Radfahren im Bois de Boulogne den Bärenhunger, den eine solche Anstrengung nunmal verursacht, nachdem die die livrierten Diener ihre Räder wegstellen ließen.

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Die Herren, wie der Autor, sind Experten der Radtechnik, was in manchen etwas didaktisiert wirkenden Dialogen ausführlich bewiesen wird, obwohl, Ehrenrettung, die Unmittelbarkeit der Darstellung der Vorzüge des Fahrrads auf den Seiten 42 und 53 die Begeisterung des Autors fürs Radfahren plastisch widerspiegelt und aus heutiger Sicht einen guten Eindruck von der damalig revolutionären Bedeutung des Fahrrads gibt.

Richtig, der Autor – Maurice Leblanc. Was muss man über ihn wissen? Une Femme (frustrierte Frau), einige Jahre früher, noch etwas Kurzprosa (frustrierte Frauen), dazu journalistisches Alltagsgeschäft der 1890er, und, natürlich, ab dem frühen 20. Jhdt., Arsène Lupin, das französische Äquivalent zu Sherlock Holmes, nur auf der anderen Seite des Handschellenschlüssels. Französische Literatur-Nationalikone. Leblancs frühe Werke erleben zur Zeit in Frankreich eine Renaissance, so erschien Nun wachsen uns Flügel vor knapp drei Jahren im Verlag Éditions Le Pas de coté neu.

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Auch Literatur-Nationalhelden haben mal klein angefangen, mit Fingerübungen, und um sowas handelt es sich bei Nun wachsen uns Flügel. Auf dem Schutzumschlag als amouröser Roman angekündigt, entpuppt sich das Buch als Novelle (ein Handlungsstrang, kurz, unerhörtes Ereignis) ohne unerhörtes Ereignis. Selbst im ausgehenden 19. Jhdt. gab es schon deutlich amourösere Bücher, in denen auch intellektuell was los war. Aber die hatten natürlich nicht viel mit Fahrrädern zu tun, meistens, und deshalb ist dieses kleine Büchlein interessant, obwohl überhaupt nichts mit irgendwas passiert, (Zola gab´s schon!), noch nicht mal gute Schreibe, außer den Liebesqualen wirklich spät pubertierender RadfahrerInnen. Erfolgloser Jungautor sucht verkäufliches Thema: Obere 10.000, Fahrräder als neue, faszinierende Technik, nackte Oberkörper, das steckt dahinter.

Die beiden frustrierten Ehepaare, die sich um Geld in keiner Weise kümmern müssen, beschließen, mit ihren Rädern die Normandie zu bereisen. Sie sind auf dieser Luxusreise völlig mit sich selbst beschäftigt, unter flüchtiger Wahrnehmung der vorbeihuschenden Umwelt in Form von Sehenswürdigkeiten, und abends wartet das Gepäck im Hotel. Leblanc baut dazu einen leider holprigen Spannungsbogen auf, in dem auf S. 57 schon Leben als umgekrempelt dargestellt werden, aber es noch weitere 50 Seiten dauert, bis dass ein “Doppelgipfel Ziel und Grund [eines] wollüstigen Spaziergangs” wird. Blümchensex ist Hardcore dagegen. Zum Quietschen, wenn man´s mag, und nicht nur aus heutiger Sicht.

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Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Éditions Le Pas de coté (lepasdecote.fr/?p=37)

 

Die Vorhersehbarkeit der Handlung ist das nächste, das einen bei der Lektüre je nach Geschmack vergnügt oder genervt in irgendwas zurücksinken lässt, das gerade zur Hand ist. XX und YY fahren los, XY und YX kommen an. Nun gut. Aber ein kleines retardierendes Moment wär doch nicht zu viel gefordert gewesen, oder? Irgendwas unterwegs, das irgendjemanden ins Schwitzen gebracht hätte? Etwas außer dem stabilen Hochdruckwetter, das nur bei einem kleinen Knatsch zwischen den Neuverliebten von neoromantischem Regen unterbrochen wird? Ein klitzekleines Crime zum fast nicht vorhandenen Sex?

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Wirklich unbeholfen wirkt die Charakterisierung einer der Hauptfiguren. “Doch wie war er wirklich? Die widersprüchlichen Vorstellungen, zu denen man im Umgang mit ihm gelangen konnte, hätten nur zu einer recht verworrenen Einschätzung geführt” (S. 13f). Das bleibt auch so. Aber es ist gar nicht so schlimm – wenn man sich einmal auf das Buch einlässt. Auch die zahlreichen abgedroschenen Topoi des galanten Romans (Guillaume d´Arjols als frustrierter Lebemann, der seine Frau vernachlässigt…) kann man diesem Buch verzeihen. Sogar der knüppelweiche Kitsch, der unweigerlich bei Frauenbeschreibungen eintritt (“… erschien sie in einem weißen Wolltrikot über dem Oberkörper, das ihre junge Brust hervortreten ließ und dem Beben ihres Leibes nachgab” (S. 56)), macht nicht viel aus. Den Lesern bleibt zwar auch nicht erspart, dass Leblanc den uralten Schönheitenkatalog (volle Lippen, Harmonie von Hüfte… und was war´s noch gleich?) ausgräbt und bei der Ausgrabung böse beschädigt. Egal. Sogar die ungewollte Komik, die sich einstellt, als der Erzähler es als bedeutsames Ereignis klassifiziert, dass Pascal seiner neuen Liebe dieselbe gesteht (S. 80), geht durch.

Denn: Die Illustrationen, entnommen aus der Originalausgabe, sind wirklich der Traum, wenn man Jugendstil liebt. Jugendstil, das Aufbegehren gegen die akademisierte, historistische Kunst des 19. Jhdts, gegen Kitsch und Schnörkel. Der Illustrator Lucien Métivet, der Meister der Karikatur, der Satire, des Humors – er rettet das Buch mit seiner Ironie. Die mega-süßlichen Darstellungen der Protagonistinnen; der weibliche Zephir, der das Fahrrad stilisiert mit Rückenwind antreibt – das kann nicht ernst gemeint sein. Wenn auf S. 68 der Vergleich mit den Statuen beansprucht wird (“He, hört mal, Ihr sehr aus wie drei Statuen… Sie, Guillaume, wie die des wohlerzogenen Begehrens… du, Pascal, wie die des anhaltenden Grimms…”), kommt Métivet prompt mit einem Bild rüber, das die Beschriebenen zeigt wie Porzellanfiguren auf einem Sockel. Das ist köstlich und erzeugt eine ironische Spannung zum Text, die das ganze Buch genießenswert macht.

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Überhaupt die verschwenderische Fülle der Illustrationen, manche sogar zweifarbig, ganz in Métivets Plakat-Übung. Die von den Protagonisten erradelten und von Métivet gezeichneten Sehenswürdigkeiten allein sind es wert, das Buch zu betrachten. Jedes Kapitel erhält zudem eine Schmuckinitiale, die die Handlung zusammenfasst und deren Großbuchstaben die deutschen Herausgeber sorgsam angepasst haben.

Das kultur- und literaturhistorische Nachwort von Elmar Schenkel überbrückt die zeitlichen und kulturellen Entfernungen, die zwischen Buch und heutigen Lesern liegen, sehr informativ. Ich empfehle es vor der Novelle zu lesen.

Wenn Ihr also mal Lust habt zu entspannen, Euch nicht für die Weltrettung zu bilden, aber doch was mit Fahrrad zu lesen – Nun wachsen uns Flügel ist Euer Ding.

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Maurice Leblanc, Nun wachsen uns Flügel, Maxime-Verlag 2015, Reihe Velothek, 157 Seiten, aus dem Französischen von Una Pfau und Matthias Kielwein, mit einem Nachwort von Elmar Schenkel, zahlreiche Ill. von Lucien Métivet, Hardcover, ISBN 978-3-931965-54-9, Preis 19,95€.

Anmerkung: Ich bin Autor des Maxime-Verlags und habe ein Rezensionsexemplar des besprochenen Werks erhalten.

Métivet-Illustrationen mit freundlicher Genehmigung des Maxime-Verlags.

The Season of 1953

One of my finds in this year´s Neerkant fleamarket was this bound 1953 volume of the Dutch cycle racing paper

WielesrpfullI snapped it up for a tenner, thinking myself lucky until getting to go through it more closely and finding that someone, hopefully a long time ago, had torn out numerous pages, but there´s still a lot left that´s unusual and interesting.

The book is quite big, 29 x 23 x 3 cms, so my scanner is too small for it and I had to take photos. Hopefully the quality is still palatable.

WSWevoOf course one finds a large number of advertisements. This one unites four legends.

WSStephiThis one, Stephi, is interesting because there was a Stephi bike in Neerkant this year, I think I´ve got the headbadge in my post.

WSSmitRenners zijn kenners – racing men are experts. True, but Julius Smit was one, too.

WSRIHRIH called themselves het rijwiel der Kampioenen – the cycle of champions. Looking at the impressive list of successes, one might agree.

WSRadiumTunulars – which are the best ones? Radium thought they had the answer, but they couldn´t imagine that the dispute would rage on to this day.

WSracesOf course cycling clubs advertised their races – and there were loads of them.

WSBrooksIt seems that even in the day it was little known that Brooks saddles were in vier breedtes verkrijgbaar – available in four widths.

WSGerkinetNow what´s this? There must have been a maker of all sorts of cycle products in Belgium of which I have never heard before – J. & H. Gerkinet in Herstal. And look at the fantastic design of the products. A quick look at the internet shows that they also made motorcycles under the name of Geco, and had been supplying the motor industry for decades when this ad was published. Anyone who can shed more light on this firm?

WSNieuwenhOne very tasty looking bike – helas in a very small pic. Did they make their own frames?

Not only bike firms – there was a major sponsor of cycle racing in the watch trade, too. Ets. A. Kinsbergen S.A., Bussels, were a long established trading house dealing in Swiss watches of good quality, produced by some of the many Swiss private label watch factories under the Pontiac brand. There is one ad to be found on the net which shows a crashed cycle racer with his Pontiac watch still working: “En Pontiac kan tegen een stootje“, a Pontiac doesn´t mind a bump. The racer is looking definitively distressed, but never mind: His watch is a) still working, and b) if it weren´t it would be insured for two years against loss, theft and accidents. Great idea, that.

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Insured for two years (bottom photo) against loss – theft – accidents

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A wonderful Pontiac sports watch is a useful (X-Mas) present

WSPverzekhochk WSPverschDolf Verschueren says that his Pontiac´s nice. Mine isn´t any more, but it has three stars (as from the sixties, one to four stars would denote quality and price points) and a definite relation to cycling:

https://starostneradost.wordpress.com/2012/10/23/on-the-day/

On a sombre note, the horrible news also had to be spread:

WSTvL18-year-old racer Tonny van Loen died in hospital on November 1, 1953, after a cycle accident. He had repaired his derailleur, wanted to take his bike for a trial run, and never returned.

Of course there are dozens of racing photos. Here are some to drool over:

WSvierkant WSvanVliet WSvanEstWSTdFWSgangmaker WSFtpgjan WSCoppi WSCopdeRiWSN9

WSN7 WSN5 WSN4 WSN3 WSN2

So where to get the following year´s volume from?

Knochenschüttler – The German Equivalent

I guess it´s about time I delved into my archive and wrote a short post on the old-bike – publication of my home country, the Knochenschüttler (KS). After all it´s been the lifeline that has connected the German cycle collecting community for nearly 20 years now.

Seeing that even lifestyle blogs like avecpassion.net in a post called fur-nostalgie-liebhaber seem to like the mag I guess I just have to harp in.

Founded in 1995 by Tilman Wagenknecht from Erfurt it was based on a newssheet published by Fahrradveteranen-Freunde Dresden right after the demise of the GDR. As such Tilman did a great job in developing the publication to a much more interesting format. This is what the first KS A5-sized front page looked like:

No1Cov

No1Inner

It had 10 pages and featured a report on the 1995 IVCA Rallye in Haarlem/NL as well as an article on German bottom bracket geared bicycles, and had a run of 60 copies.

No2Cover

Already the second issue, appearing in September 95, sported 16 pages and was not loose leaf anymore, but properly stapled. Leaps and bounds. Its main attraction was a multi page article on MIFA. It said on the back cover that “at least” 300 copies had been made. No 3 had 24 pages, and No. 5 showcased 28. As from No 4 there was a stiff cover, and the run was upped to 500.

No12Cover

This format stayed the same until No 12, spring 1998, when there was a colour cover – printed on green cardboard. This was also the first issue which was the official newsletter of the freshly founded Historische Fahrräder e.V., the German old-bike club which has since taken over the show, after Tilman´s leaving the editor´s desk.

HistofaMitglCoverIt´s surprising how many entries in this, the first members´ handbook are still in the latest one. My personal record, for any club, is the V-CC which I joined in 1988, so there must be something in old-bike clubs. (Although having long passed the 50-year-mark, I still refuse to join FCOT – it would make me feel really old.)

Actually the Eastern German Knochenschüttler absorbed its Western equivalent, Christoph Guder´s Velorat, also around 1997; can´t remember the exact date. The title did not refer to a small furry animal, btw.

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After that, No 18, the first issue after the Millennium, was in its present format: A4, b/w cover, new design.

No18CovSave the introduction of colour (and not only in the form of a green cover), this has stayed the same.

No58CovThe next issue will be an unbelievable No 59, issued by mainly three editors: Tilman, Thomas Busch and Michael Mertins, who has returned to this job after an interlude of a couple of years. These three really have done a lot for the German old-bike scene, especially Michael, who has been at it for years and years, adding up his two tenures, managing to introduce full colour to the 36 A4 pages the mag now has. The board of editors have recently decided to concentrate on two issues per year.

No 59 will be issued, as always, to members of Historische Fahrräder e.V., inside Germany as well as abroad. If you´d like to become one, you can easily go to their homepage and register.

Warning – French Book

Sometimes the internet and its weird machinery let you despair, more often they make you laugh out loud – like in this case. In preparation for this post I researched the availability of this

DCoverbook, and found a few copies can be had from various sources – at a price, however, and not everywhere. The selfsame book from the selfsame seller is $38 on US Amazon, and £68 on UK Amazon – that´s the despairing part, but the sales blurb headed by this post´s title definitively is the lol one. Lucky me – I bought my copy years and years ago for a few Francs in a French fleamarket.

So, why write a post on this volume? Easy, because it´s nice. It gives you a 40 year plus old view on cyclotouring and randonneuring, and shows that not much has changed. Sure, electronics such as GPS weren´t around, but reading up the basics like nutrition and what your bike should be like hasn´t changed much. Matter of fact, reading Jan Heine or Delore isn´t much of a difference at all – Jan even re-manufactures Mafac brakes now, and leaving the current 650B fashion aside, the drawing of this

DHerseHerse bike (is it by Rebour?) just makes any 2014 brevet rider drool. Well, most.

In 1978, when the third edition of the 1973 original appeared, the book must have been a mine of info, what with dozens of addresses, clubs, and more than 60 pages of ride descriptions alone.

DFlechesDDiagonThis wealth of info came at a time when cycling had just been re-discovered as a pastime after the havoc wreaked on it by the car craze during the two preceding decades. In his preface, Guy Bossière, the then president of the French Audax Union, even writes that Delore is the first complete book on its subject at all. This is blatantly untrue, but at the beginning of the seventies any contemporary well-written and well-researched book on randonneuring must have seemed a godsend to the few serious randonneurs who were still around or were just discovering the sport. Many will have appreciated to be told what to think of in the morning before a long ride, how to read a map looking out for cyclists´ needs, how important mudguards are, the pros and cons of tubs versus wired ons, etc.

From today´s point of view it´s sad that there are not more photos of bikes or parts as the book relies more on the written word than on pictures. Those few which are there, however, are worth regarding, like these showing triplets:

DTriplAlso the single page on the then-fashionable F-frame Moulton

DMoultfullhas a great illustration of a Speed model with the re-designed rear fork and suspension point.

DMoultdetBuilt up with French (Stronglight, Allvit) parts, this must have been a very special machine, showing, by the way, that Allvits were not alway  considered cheap stuff at all.

However, the many vivid descriptions of what you can do with something like this

DGrandeR

is what you will remember of the book.

DDisciplAnd wouldn´t we all show as much discipline as humanly possible if we could join this bunch right now?

The Forgotten World Champion

Some things don´t seem to age. Following a short discussion on the Classicrendezvous mailing list some weeks ago I thought it might be worthwhile to have another look at one of the most gripping cycling books there are. I can remember buying it (at a real bookshop, would you believe it) just after it came out in 1998. I had reason to take the bus into town that day, and I became so engrossed in the book that I nearly missed my stop on the way home. The same experience can be yours, if you don´t own the book already: It´s still available, which speaks for its quality. I´m talking about Renate Franz, Der vergessene Weltmeister (The forgotten World Champion). Renate´s book is full of pictures (actually some of them showing perfectly mouth watering track and road bikes) which makes it interesting also for the non-German speaking members of the cycling fraternity.

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The story is about one of the most fascinating figures in German cycling, Albert Richter. Having worked his way to the very top on the track, he fell foul with the German fascist regime in the 30s, eventually being murdered by the Gestapo.

Albert Richter was born in Cologne, Germany, in 1912. His talent became visible very quickly, although he had to train secretly and hide his prizes under his bed because his father strongly opposed Albert´s predilection for cycling. He soon discovered the fascination of the track and soared to heights which took him to world champion´s honours. His name was mentioned in the same line as Kilian´s and Vopel´s.

VWKilVop

Richter came from a background which led him to oppose fascism. Poverty and a broken family did not make him into a willing subject of a dictatorial regime, neither did they hinder his rise in his sport. He was no hero on the political stage, but for instance more often than not refused to raise his right arm in greeting.

His biography starts with a vivid and precise description of the German cycling scene before Albert´s birth with a later chapter showcasing Cologne as one of the centres of German track cycling. The 40 pages of cycling history of Renate´s book became a role model for my own little volume on track racing which I started about the time hers appeared. Richter´s life is described in great detail, Renate manages to convey the atmosphere of those days really well and shows how Germany´s slow transition to a dictatorship was opposed by Richter. His stance towards international relations for example was that he had been received extremely well in France and could not go along with official German policy making enemies of all Frenchmen. Richter was one of those clear sighted people who won´t allow to let themselves to be taken in by any sort of hate propaganda.

They provoked opposition then, and they still do with some people: Renate had some big problems in getting in touch with witnesses as well as relatives of the racers involved in Richter´s story. Some never broke their silence, others did, going as far as to give away photos straight out of their family albums. Renate needed them as some of Germany´s major collectors and private archive owners flatly refused to cooperate. At least in the early nineties, when the research for the book was done, Germany´s past had not been over. The more praise is due to Renate and her co-authors Andreas Hupke and Bernd Hempelmann for persevering with their project. OTOH, she says that a number of great friendships developed from the work on the book.

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Also Richter´s relationship to his manager Ernst Berliner is remakable in that Richter kept assisting Berliner even after he had to leave Germany for reasons of Berliner being a Jew. This and the fact that Richter smuggled funds out of Germany in order to help his emigré friends led to Richter´s arrest on December 31, 1939, when caught with money sewn into his track tubulars on the way to a Swiss engagement.

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Richter was murdered by Gestapo agents a short time after, and a hate campaign began against him in the German press. His name was expurgated from the annals that successfully that – in Western Germany at least – his name was not well known until more than half a century later when a newly built race track was named after him in 1995. In part this was due to Renate´s work. In the GDR, however, Richter was known better.

The book turns into a real life detective story when Renate relates the reasons for Richter´s death: He was arrested despite the professional hiding place for the smuggled money, and it seems that he was betrayed by some of his cycling competitors who, besides having personal grudges against Richter, found it hard to accept that he, one of the best track cyclists of his day, would not give in to the Nazis.

VWBikes

A great book on a great personality.

Thin Air

Yes, I do think that a book on old planes can be right in a bicycle blog.

Historically, cycle and plane construction were connected, if only by the fact that both bicycle and aeroplane are made as light and as strong as possible at the same time. Also the people who cycled early on often became pilots when they found that planes were faster than cycles.

So my visit to the London RAF Museum this summer was not completely out of keeping, even if this might not have been clear from the outset.

SpitfHendon

Former gate guardians made from glass fiber reinforced plastic swooping down on the trusty Volvo

After an extended visit, I chanced onto the museum shop book stall, where donated second hand books on planes are sold. I bought a book with a battered dustjacket because it seemed right even after cursorily leafing through it.

ShapefullIt´s called The Shape of the Aeroplane, was published in 1953 and is not only written by James Hay Stevens (1913-73), an aircraft journalist, but also very ably illustrated by him. I am even tempted to call him the aeroplane Rebour, because the tome abounds with line drawings like these:

HayPistengfightShapejetdet ShapepioneersAlso Hay Stevens had a knack of explaining complicated things in a few words, which together with the drawings makes the book very readable for the non-aircraft engineer. Why can a landing plane suddenly lose its tail, for example, or what was so special about the Junkers Ju 52/3m wing?

ShapebuffetingBack to cycling. Or rather, the common denominator of bikes and planes, like strong, but lightweight structures. Take the Spitfire wing as an example. After reading Hay Stevens, you´ll know.Shapestressedskin

As I write, at least three copies of the book are available on the internet, all in the US, and all of them more expensive than mine. Get one nevertheless.

 

Two more things, once we´re at it. If you want to know still more about how old planes work, you could do worse than getting a set of these:

Vliegtfull

They are available on the net off and on, but as prices vary wildly, it pays shopping around or waiting. the books mostly explain about aircraft engines, but these are considered parts of the plane as a whole, and so one learns a lot in general. too. Don´t be put off by the books being in Dutch, it´s easily learned tech language. Some snippets:

VliegtmotorblEngines, of course, are explained in detail, but if you are planning to set up an aeroplane workshop, here´s a layout:

VliegtwerkplOr should you want to learn DC3 instrumentation, this is for you:

Vliegtdc3cockpYou may want to obtain a version printed during WWII under Fascist occupation because there´s loads of info on old German aero engines in those, hard to come by elsewhere, whilst pre-WWII versions will have very old engines explained. Later editions deal with American engines mostly.

Vliegt44And lastly, a superbe example of British excentricity and weird humour. did you know that there´s actually Haynes manuals on old planes? I got the Spitfire one for a quid in a charity shop some years ago, and the Lancaster one off the internet, also cheaply. They are available new, but the new ones are naughtily expensive.

HaynesfullThe similarity to the usual Haynes car or motorbike manuals is what intrigues me and has made me laugh more than once. It´s not only the exterior, but, for example, you are told quite without much ado how you can change the brakes on a Lancaster.

HaynesbrakereplI´m not really quite sure if these manuals are just products of British humour, but perhaps the idea that everyone should have a Spitfire in his or her back yard is not that far fetched in many Brits´ minds. After all, it was their Finest Hour when these planes still flew.

Bicycle Quarterly – From Seattle to Japan

What´s the most striking parallel between Bicycle Quarterly and this blog? Correct, the lapse in publication of three months or so.

Recently the new issue of Jan Heine´s Bicycle Quarterly arrived, alas in the midst of yet another hectic week so that I just could not find the time to read it properly. When I did it was another great experience, even more so than the preceding issues. As usual, both photography and language are crisp and precise, there is an academic approach not found in any other cycling mag I am aware of, and Jan manages to keep his cycle parts business and his journalistic standards apart by using his famous disclosures that BQ´s sister company sells the product reviewed. In fact, his impartiality in testing has broken friendships and led to concerns that no cycle manufacturer would submit any more bikes, which is quite something.

The whole project of a bicycle mag about mostly French randonneuring cycles developed from a series of articles in the Rivendell Reader in 2002. While I don´t (yet) have the issues in which Jan´s articles appeared, here´s a snap of two comparable covers, #19 the earlier, and #29 the later design, of course:

RRThe copy used by Grant Petersen was entertaining to read, though sometimes a little stressful; wanting to be different at any cost, getting across the Californian style of cycling, a touch of esoteric stretchiness. Why do I mention this? Look at the first two issues of Jan´s VBQ:

CBQDo you notice the similarities in design? Masthead, loads of copy on the cover page, a headline in between. Both of course tie in with a number of other publications, especially scientific reviews, but still. However, Jan´s texts were different from Grant´s right away – in the beginning Jan didn´t sell any goods and he applied a strictly scientific style of writing. Small wonder looking at Jan´s background.

What a development to the latest issue, in full colour and sporting 74 pages:

BQ_12_4_cover

So, what makes this, the latest, issue special? I guess first there is a high personal longing level on my side with a number of articles resulting from Jan and his co-worker Hahn Rossman´s visit to Japan.

shinshu18Their article on a tour of the Japanese Alps describes something I would really, really like to repeat some time as a visit to Japan and its progressive cycle industry is a dream I have harboured for a long time. Jan describes Japan as a thoroughly fascinating country and its inhabitants as just as thoroughly friendly and blessed with a sense for coping and having great ideas as the result.

For instance: What do you do when you have one of the most highly developed train systems in the world but when this system doesn´t cater for cyclists? You develop an ingenious idea which makes the solution look simple:

rinko18This then goes into a bag which meets Japanese train requirements. A complete bike was reduced to what you see in the photo in 12 minutes with the help of two Allen keys only, and even though the owner of the bike performs this little wonder regurlarly, there is hardly a scratch on it, due to the Japanese knack for packing things. Note how the rear mudguard separates just aft of the brake bridge. Also the headset comes to bits without any special tools. And I love the quick release pedals.

The people behind all this are some of the world´s best and most famous steel frame builders. Names like Toei, Nagasawa, Hirose and Zunow come to mind instantly, but also Grand Bois (the make Jan and Hahn tested when they toured in Japan) and Iribe are not to be forgotten. There is a good list of them on the Velo Orange Blog.

level_witchwandThis photo shows Mr. Shikuo Matsuda, builder of the famous Level Keirin frames, applying the “witch wand” hot aligning technique.

The next big issue is the myth busting article regarding Campagnolo. I can already hear a number of long-standing Campag collectors grumbling, but as per ususal Jan´s findings are well-documented and his approach is not clouded by the uncritical behaviour induced by too many advertisements which keep staff on many cycling mags on their toes not to cross any ad customers.campagnolo_10A number of contemporary illustrations accompany the text – like this one showing two precursors of the famous Campa Gran Sport derailleur (right): The 1946 JIC, incorporating a return spring, and the 1937 Nivex, introducing the parallelogram principle. Jan asks himself if Tullio Campagnolo knew about the JIC – that he bought two specimens of the Nivex seems to be certain.

Lastly, I personally am glad that despite the huge development that Jan´s magazine has taken over the last 12 years, the hand made, personal feel is still there. The test bike isn´t ready yet? OK, let´s put it through its paces it without mudguards. After all, it should work just as well. An accident? It can´t mar a major article on another bike – the copy will be adapted so that the reader still knows all the important facts. I hope this way of publishing will continue for a long time.

Disclosure: I have not been paid for writing this post. Sadly, I have not been paid for any post so far. There must be something wrong with my blog.

All the photos, except my crummy snaps of the old mags, are courtesy Bicycle Quarterly.